34. Deutscher Evangelischer Kirchentag oder "Soviel du brauchst"

 

„Stell dir vor, es ist Kirchentag und du bist mittendrin!“

 

Wie fühlt es sich an, wenn man nachts an der Aussenalster in Hamburg inmitten von tausenden von Menschen mit Kerzen in den Händen den Abendsegen feiert und der Tag mit „Der Mond ist aufgegangen“ verabschiedet wird... das war dann einer der persönlichen Höhepunkte beim Kirchentag in Hamburg.

Unter diesem Motto „So viel du brauchst“ fand vom 1. bis zum 5. Mai 2013 der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg statt.

 

"Soviel du brauchst", weisse Druckschrift auf himmelblauem Hintergrund, das Zitat aus 2. Mose 16, Vers 18 war allgegenwärtig.

Abend_der_BegnungAbend der Begegnung

Es war eine Massenveranstaltung der ganz besonderen Art und eine Weltstadt im Ausnahmezustand: nach den gleichzeitig stattfindenden Eröffnungsgottesdiensten sah man autofreie Strassen, wo sonst der Verkehr vierspurig durch die Stadt fließt, damit die Menschen den „Abend der Begegnung“ genießen können: die ganze Innenstadt wurde zu einem einzigen großen Festplatz der „Nordkirche“.

 

Die „Nordkirche“ oder genauer gesagt, die "Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland" ist ein Zusammenschluß der Landeskirchen an Nord- und Ostsee.

 

Alle Regionen der Nordkirche waren mit eigenen Ständen und Zelten angereist und boten den Besuchern ihre regionalen Speisen und Getränke, Informationen und Highlights über die eigene Region und viele Gesprächsmöglichkeiten.

 

Ein buntes Fest, das bis in die Nacht andauerte und dann mit dem Abendsegen zu Ende ging.

 

unglaubliche Zahlen


119.466 Dauergäste und 35.322 Tagesgäste wurden registriert. 5.500 Helfer (vor allem Pfadfinder) haben mit ca. 1.500 Hinweisschildern direkt oder indirekt die Besucher zu den knapp 2.500 Veranstaltungen geleitet oder begleitet. Die Statistik spricht von 3.080 Stunden (oder 128 Tage) Programm auf 30.000 Quadratmetern Bühnenfläche. Und von 75 Tonnen Müll, umgerechnet jedoch "weniger als einem Pfund Müll pro Besucher". Soviel zu den Zahlen von „Kirchentag.de&ldquo Schier unglaubliche Zahlen beeindrucken und vermitteln eine Ahnung von den Dimensionen dieses Glaubensfestes:

unsere Gemeinde

Zu diesen knapp 120.000 Dauergästen gehörte auch eine bunt gemischte Gruppe quer durch alle Altersstufen aus unserer Kirchengemeinde, die sich im gemeinsam mit der ESG aus Saarbrücken gecharterten Bus auf den Weg nach Hamburg begaben. Der Bus an sich war auch schon ein Highlight: ein Doppeldecker; die Sitze in der oberen Etage waren bei den Teens beliebt. 

Alex, unser junger Fahrer, brachte die Reisegruppe souverän und trotz anfänglicher Missverständnisse relativ planmässig in knapp 8 Stunden zur Unterkunft nach Hamburg.

Unser Domizil war ein umfunktionierter Unterrichtsraum für Bildende Kunst unter dem Dach (3. Etage) des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums im Hamburger Stadtteil Wandsbek.

Das Quartier war schnell und problemlos eingerichtet mit Luftmatratzen oder leichtem Feldbett und einem Schlafsack dazu. In der Nähe befindet sich die U-Bahn-Haltestelle „Wandsbek Markt“.

Ungefähr 10 Minuten benötigte man für den Fußweg zwischen Unterkunft und U-Bahn. In unmittelbarer Nachbarschaft zum U-Bahnhof befindet sich die Christuskirche Wandsbek-Markt, deren Gemeindeglieder unsere Unterkunft als Gastgeber in dankenswerter Weise betreuten.

 "Halle überfüllt"

Die Tage zwischen Eröffnungsgottesdienst mit dem Abend der Begegnung und dem Abschlußgottesdienst am Sonntag morgen im Hamburger Stadtpark waren gefüllt mit dem Besuch der unterschiedlichsten Veranstaltungen. Auch wenn es nützlich war, sein Programm im Vorfeld erstellt zu haben, war dies aber keine Garantie, die geplante Veranstaltung auch besuchen zu können: „Kirche überfüllt“ - „Halle überfüllt“ – „Platz überfüllt“.

 

Diese Schilder habe ich auf meinem Kirchentag oft gesehen. Nach anfänglichen (sinnlosen) Diskussionen mit den jungen Leuten, die jene Hinweisschilder trugen oder den Besucherstrom aufzuhalten versuchten, verstand ich die entstandene Zwangspause für andere Events („Markt der Möglichkeiten“) oder gar für eine persönliche Auszeit (z. B. Teatime mit Scones) zu nutzen – und zu genießen.

 ein Tag beim Kirchentag

Auf dem Programm standen Tagzeitgebete (bis ca 09:00 Uhr) in einer der Hauptkirchen Hamburgs dann Vortragsreihen „Bibelarbeiten“ von 09:30 bis 10:30 Uhr an den unterschiedlichsten Orten wie Kirche, Theater, Kongresszentrum oder Open-air am Rathaus. Anschließend Info-Veranstaltungen, Offenes Singen oder Gottesdienst an den verschiedensten Plätzen in den Stadteilen Hamburgs und auf dem Messegelände/Kongresszentrum.

 

Abends konnte man Konzerte, Theatervorführungen oder Gebetsversammlungen besuchen und den Tag dann gegen 23:00 Uhr mit dem eingängigen Abendsegen ausklingen lassen. Und dazwischen immer wieder U-Bahn-Fahren oder Laufen - und den Kirchentag als Pilgerweg erfahren: gefühlt ein Paar Schuhe verbraucht auf den Kilometern quer durch die Stadt. Dabei immer wieder Neues entdecken, Begegnung

en und wertvolle Gespräche mit Einheimischen oder anderen Kirchentagsbesuchern (manchmal mit den gleichen Orientierungsproblemen) machen den Kirchentag zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Hauptthemen

Der Präsident des Evangelischen Kirchentages, Prof. Dr. Gerhard Robbers sagte dazu: "Dieser Kirchentag in Hamburg ist im Besonderen ein Kirchentag der Verantwortung. Schon die Hauptthemen: Verantwortungsvolle Wirtschaft, verantwortliches Miteinander der Religionen und Kulturen und verantwortliche Demokratie zeigen das.“

Bei Podiumsdiskussionen und Vortragsreihen standen viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, kirchlichem Umfeld und dem öffentlichen Leben: so z. B. Bundespräsident Gauck, Bundeskanzlerin Merkel, Peer Steinbrück, Umweltminister Peter Altmaier, Dr. hc Nikolaus Schneider (Vorsitzender der EKD), Margot Käßmann, Robert Zollitsch (Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz), Benediktinerpater Anselm Grün, Nina Hagen, Eckart von Hirschhausen um nur einige namentlich zu nennen. Teils gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Kirche wurden die verschiedensten Themen diskutiert.

Stellvertretend sei für Wirtschaftsveranstaltung "Was Unternehmen übernehmen: Ist das Verantwortung?" oder „Schuldenerlaß – ein biblisches Engagement“ genannt.

Das Themengebiet der Ökumene mit and

ern Christen und auch religionsübergreifend war ein weiterer Schwerpunkt des Kirchentags. Da waren einerseits die Podiumsdiskussionen der verschiedenen Theologen als auch die persönlichen Begegnungen im Publikum, in der U-Bahn, im Supermarkt oder der Teestube, die die Ökumene erfahrbar machen – allen Unkenrufen zum Trotz: „Glaube verbindet!“

Höhepunkte

 

Auf die Frage „Was war Dein Höhepunkt auf dem Kirchentag?“ bekam Klaus Künhaupt die unterschiedlichsten Antworten auf der Rückfahrt.

 

Da waren die Jugendlichen, die den Techno-/Rap-Jugendgottesdienst auf St. Pauli nicht vergessen und jene, die das Glück hatten, eine Aufführung des „War Requiems“ von Benjamin Britten in einer der Hauptkirchen mitzuerleben. Ein „virtuelles gemeinsames Abendmahl“ konfessionsübergreifend in Form eines gemeinsam gesungenen Abendmahl-Liedes mutete „eigenartig, aber schön und hoffnungsvoll“ an, so ein Kirchentagsbesucher.

 

Vielleicht sind es aber auch die neu gefundenen Kontakte, die den Kirchentag in unseren weiteren Alltag hineintragen oder immer wieder neu zu findende Antworten auf die Fragen im Miteinander „So viel du brauchst – wieviel brauchst du wirklich?“

 Stuttgart!

Der 35. Deutsche Evangelische Kirchentag wird vom 3. bis 7. Juni 2015 in Stuttgart stattfinden – sehen wir uns dort?!

 

 

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